Heute : Homophobie
Ich möchte euch an dieser Stelle eine kleine Rattentruppe vorstellen, bestehend aus vier Rudelmitgliedern.
Ach was sag ich! Am besten stellen sie sich euch selbst einmal vor:
"Hallo, ich bin ein grosser Rattenbock namens Waldemar und meine Farbe ist Black-Hooded", sagte ein ziemlich voluminös geratener Ratterich mit schwarz-weisser Zeichnung,"Ich und meine Kumpels haben Rattipedia gegründet und erklären euch hier die Welt!"
"Groß?", spottete ein kleines Husky-Männchen und grinste dabei schelmisch,"Also eigentlich bist du ganz schön fett!"
"Pass bloß auf was du sagst,Bob!", schimpfte Waldemar und sträubte das Fell auf.
"Oh!", erwiderte Bob, der kleine Husky verächtlich,"Machst du jetzt wieder einen auf Big Boss oder was? Du siehst aus, als hättste in die Steckdose gefasst!"
Waldemar schnaufte und begann mit seinem fetten Hintern in Bobs Richtung zu schubsen.
"Hey!", rief Mister Fitzroy, ein Albino-Männchen laut und Waldemar stoppte seine Bemühungen Bob umzuschubsen abrupt, was nur dazu führte, dass dieser noch mehr grinste,"Schluß mit dem Scheiß,okay? Wir sollen uns hier kurz vorstellen und uns nicht wie Vollpfosten verhalten,klar?!"
Waldemar und Bob maulten,gehorchten aber, denn Mister Fitzroy war ihr unangefochtener Rudelboß und was er sagte, dass war Gesetz.
Ein zweiter relativ stattlicher Black-Hooded Bock leckte sich währenddessen ganz genüsslich und ausdauernd seine dicken Eier.
"Und Rantanplan?", sagte Fitzroy langsam und der stattliche Bock unterbrach seine Bemühungen an den eigenen Geschlechtsteilen, um kurz gelangweilt hoch zu gucken,"Könntest du bitte damit aufhören dir deine Klöten abzuschlabbern? Ich kann mich so nicht konzentrieren!"
"Klar Boß", grummelte der angesprochene und stellte die Arbeit ein.
"Okay!", rief der Chef und kratzte sich hinter dem Ohr,"Lassen wir das eben mal sein mit dem Vorstellen und fangen einfach mal an. Bob? Was sollen wir heute erklären?"
Bob räusperte sich und pinkelte auf den Teppich.
"Verdammt, du alte Sau!", rief Waldemar, der ein wenig abbekommen hatte und struppte sich wieder auf.
"Herrje...", grummelte Fitzroy,"Könnt ihr euch mal konzentrieren? Zumindest ein paar Minuten?"
Er ignorierte dabei ganz bewusst Rantanplans neuerliche Eierleck-Versuche und blickte nur wütend zu Bob und Waldemar.
"Sorry,Boß...", nölte Bob und Waldemar zog sich grummelnd in eine Ecke zurück.
"Na dann!", sagte der Anführer hart,"Das Thema bitte!"
"Heute sollen wir Hom...Hom...Homo...Ho...pho...", Bob stotterte beim Versuch das Wort des Tages auszusprechen,"Irgendwas mit obie am Ende jedenfalls..."
"Homophobie, du Honk!", rief Waldemar aus seiner Ecke,"So schwer ist das nun auch nicht..."
"Naja...",fuhr Bob fort und räusperte sich,"Wir sollen das auf jeden Fall jetzt erklären!"
"Okay, dann erklär uns das mal Rantanplan.", sagte Fitzroy und blickte in dessen Richtung,"Damit du endlich deine dämliche Eierleckerei einstellst."
Rantanplan seufzte.
"Das ist nicht dämlich sondern reinlich!", rief er,"Und was soll ich erklären?"
"Hom...Hom...Homo...Ho...", sagte Bob und nieste.
"HOMOPHOBIE HERRGOTTNOCHMAL!!!", brüllte Waldemar, dem es langsam zu bunt wurde. Ausserdem hatte er Hunger. Er hatte eigentlich immer Hunger...
"Mann, schrei doch nicht so laut!", motzte Rantanplan, er war nicht gerade der Hellste sollte man an dieser Stelle vielleicht erwähnen,"Ich versuchs mal..."
Alle hörten jetzt aufmerksam zu.
"Also wenn zwei Menschen sich ganz doll lieb haben.", begann er vorsichtig,"Und zusammen sein wollen, dann gibt es andere Menschen, die Angst davor haben und dass überhaupt nicht gut finden."
"Häh?", fragte Waldemar und runzelte die Stirn,"Und das nennt man Homophobie,oder was? Können die Leute dann eine Therapie dagegen machen?"
"Wer?", fragte Bob nach,"Die, die sich ganz doll lieb haben?"
"Nein, du Idiot!",erwiderte Waldemar,"Die anderen,die an der Krankheit Homophobie leiden!"
"Ach so!", rief Rantanplan, der augenscheinlich was begriffen hatte,"Homophobie ist eine Krankheit!"
"Genau!", ergänzte Mister Fitzroy und kratzte sich wieder hinterm Ohr,"Und diese Krankheit können Gott sei Dank auch nur Menschen kriegen!"
"Die ärmsten...",murmelte Bob und schniefte,"Die können einem echt Leid tun..."
"Wars das für heute oder gibts noch was anderes?", fragte Waldemar und trottete in Richtung Futternapf,"Sonst würd ich jetzt gerne essen!"
"Hmm...", machte Bob leise und dachte anscheinend nach,"Ich glaub da war noch was anderes, aber mir fällt das echt grad nicht ein..."
"Macht nichts!", sagte Fitzroy,"Wird schon nicht so wichtig sein. Lasst uns essen gehen!"
Die vier wuselten zur Futterstelle und Rantanplan ließ einen fahren.
"Igitt...", machte Waldemar und rümpfte die Nase,"Musste das noch sein?"
"Ich habs!", rief Bob fröhlich,"Wenn Menschen Angst davor haben, dass sich zwei Menschen ganz doll lieb haben, dann nur wenn das zwei Männchen oder zwei Weibchen sind!"
Die anderen drei sahen ihn nur irritiert an und schüttelten dann die Köpfe.
"So ein Blödsinn!", sagte Herr Fitzroy nur ungläubig und musste grinsen,"Das ist ja wohl das dümmste,was ich je gehört habe!"
"Aber echt jetzt!",ergänzte Waldemar und prustete vor Lachen,"Zwei Menschen sind zwei Menschen. Alles andere ist doch egal!"
"Eben!", sagte Rantanplan,"Das weiß ja sogar ich und ich bin echt nicht besonders schlau..."
"Stimmt, ich glaub ihr habt Recht...", reagierte Bob und musste nun ebenfalls lachen,"Da hab ich bestimmt was falsch verstanden. Das wäre ja echt voll dämlich!"
"Jetzt ist aber mal Ruhe hier!", rief Mister Fitzroy wütend,"Können wir nun in Ruhe essen,oder was?"
"Schon gut...", maulte Bob, grinste aber immer noch,"Ich hab auch Hunger!"
Daraufhin pieselte er noch einmal auf den Teppich und gesellte sich zu den anderen.
"Mann, du Pottsau...",grummelte Waldemar und stürzte sich aufs Essen.
"Du, Fitzroy?", fragte Rantanplan nach einer Weile beim Essen und krümelte dabei alles voll.
"Mann,pass doch auf !", meckerte der Rudelchef und fegte sich einige Bröckchen aus den Barthaaren,"Was ist denn noch?"
"Nichts weiter...", erwiderte dieser kleinlaut,"Ich find nur...Menschen sind komisch,oder?"
"In der Tat...", murmelte Mister Fitzroy und mümmelte weiter,"In der Tat..."
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