- Hallo und einen wunderschönen Guten Abend an alle Hörer da draussen.
Heute habe ich mir einen ganz besonderen Gast in die aktuelle Talkshow eingeladen und ich muss sagen, mir ist schon ein wenig mulmig zumute bei dem Anblick, der sich mir soeben bietet. Mein heutiger Talkgast ist nämlich ein waschechter Zombie! Ich hatte ja bereits in der Vergangenheit so manchen Gesprächspartner, der ziemlich wortkarg war und bei dem mir durchaus ein ums andere Mal der Gedanke gekommen war, er könnte bereits gestorben sein, aber ein echter Toter - oder in dem Fall eher Untoter - war noch nicht dabei.
Herzlich willkommen!
+ Urgh
- Aha...Das ist wohl die originalgetreue Begrüssung unter euch Zombies - ich darf doch Zombie sagen?
+ Urgh
- Verstehe. Also unsere Hörer sind natürlich brennend daran interessiert, wie sie eigentlich zu einem Untoten geworden sind. Möchten sie dazu vielleicht ein paar Worte sagen?
+ Urgh
- Hmm...nur dass sie mich nicht falsch verstehen und mich eventuell sogar anfallen, aber diese extrem kurzen Antworten helfen ihnen nicht gerade dabei Sympathien mit unseren Zuhörern aufzubauen. Ist ihnen als Zombie daran gelegen das Image eines Untoten ein wenig aufzupolieren?
+ Urgh
- Ich merke schon - So kommen wir anscheinend nicht weiter und wir müssen wohl noch ein wenig hartnäckiger nachbohren. Entspricht es den Tatsachen, dass sie sich hauptsächlich von den Gehirnen noch lebender Menschen ernähren?
+ Urgh
- Ich interpretiere dass ganz einfach mal als ein 'Ja' und stelle mir sogleich die nächste Frage. Wie lässt sich das mit ihrem Gewissen vereinbaren und hat so ein lebender Toter eigentlich ein Gewissen?
+ Urgh
- Ich schätze mal, dass wird ein langes und anstrengendes Interview, doch sie können mir glauben, ich hatte schon wesentlich schwierigere Gesprächspartner in der Vergangenheit. Vielleicht erzählen sie unseren Hörern wenigstens, wie sie es mit der Körperpflege so handhaben. Spielt das für sie überhaupt noch eine entscheidende Rolle oder sind die Zeiten der Hygiene definitiv vorbei?
+ Urgh
- Herrje, sie machen es mir ehrlich gesagt nicht gerade leicht...
+ Urgh
- So, dann kommen wir jetzt zu der Rubrik 'Hörerfragen'. Sollte da draussen unter unseren Zuhörern jemand sein, der schon immer gerne einmal einem Zombie eine Frage stellen wollte oder jemand irgendwelche Anregungen haben, dann ist er oder sie nun herzlich eingeladen. Rufen sie einfach unter der bekannten Telefonnummer an und da hab ich auch schon den ersten Hörer in der Leitung!
Was haben sie für eine Frage?
* Ja, hallo, mein Name ist Werner und ich möchte gerne wissen, ob eine Zombifizierung rückgängig zu machen ist?
+ Urgh
- Ich denke, die Frage ist damit zufriedenstellend beantwortet. Wen hab ich als nächstes in der Leitung?
* Ungh
- Aha, klingt nach einem Kollegen von ihnen. Was haben sie für eine Frage?
* Ungh?
+ Urgh!
* Ungh
+ Urgh
- Ja, soviel dazu...Ich unterbreche ihr anregendes Gespräch an dieser Stelle mal und stelle den nächsten Anrufer durch. Hallo? Wer spricht dort bitte?
* Hilfe! ich werde von einer ganzen Horde Untoter belagert und brauche dringend Unterstützung! Oh, mein Gott - sie kommen! Aaaah! Neeeeiiiiiinnnn....
- Meine Güte...da hat sich augenscheinlich jemand vewählt. Kann im Eifer des Gefechts schon einmal passieren. Ich stelle mal zum Notruf durch.
- So, wir haben noch Zeit für einen weiteren Anrufer. Wer ist dort bitte in der Leitung?
* Hier ist die Gabi und ich möchte gerne wissen, ob sie als Moderatorin dieser Sendung noch alle Tassen im Schrank haben? Wir befinden uns mitten in einer Zombie-Apokalypse und sie machen hier einen auf schwachsinniger Talkrunde!
- Ach herrjemine...Also Beleidigungen und Mobbing sehen wir hier bei uns im Studio nicht so besonders gerne. Schade, ich hätte gerne noch mehr ernsthafte Anrufer gehört...
Allerdings kommt mir dadurch eine weitere Frage in den Sinn : Haben wir überhaupt noch eine Chance die Apokalypse durch Untote noch aufzuhalten oder zu verhindern?
+ Urgh
- Das dachte ich mir, dass sie auf diese Frage nicht antworten wollen. Nun gut, kommen wir zu persönlichen Verlusten. Da mir aufgefallen ist, dass ihnen während unseres Gespräches der linke Arm abhanden gekommen zu sein scheint - Wie geht jemand wie sie mit solchen Verlusten um?
+ Urgh
- Na, dass klingt irgendwie schmerzhaft! Verspürt man als Untoter eigentlich noch Schmerzen?
+ Urgh
- Sie machen mir meine Arbeit nicht besonders leicht. So etwas unkooperatives habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht erlebt. Würden sie uns zumindest erzählen, was sie für ihre Schönheit tun? Ich meine, dass raushängende Auge und der halb zerfetzte Kiefer sind bestimmt nicht gerade der letzte modische Schick oder täusche ich mich diesbezüglich?
+ Urgh
- Puh! Für alle, die jetzt erst eingeschaltet haben. Ich habe heute immer noch einen waschechten Zombie zu Gast und versuche, mit gezielten Fragen einmal hinter die Fassade eines solchen Untoten zu blicken. Allerdings zeigt sich mein Talkgast relativ unbeeindruckt von meinen Versuchen und ich bin geneigt, dieses Interview tatsächlich vorzeitig zu beenden.
+ Urgh
- Hören sie das? Genau das meine ich! Versuchen wir mal ein paar unverfänglichere Fragen. Haben sie als Untoter noch so etwas wie Familie ? Gibt es also noch so genannte Strukturen in ihrem - ich nenne es mal lapidar - Rudel?
+ Urgh
- Nun gut...es ist ihr gutes Recht, die Antwort auf diese Frage schuldig zu bleiben. Es geht schliesslich ziemlich in ihre Privatsphäre dabei. Wo mir auch schon die nächste Frage in den Sinn kommt. Wie sieht das bei euch Zombies mit der Privatsphäre aus? Gibt es so etwas noch oder seid ihr ein Gemeinschaftskollektiv ohne Geheimnisse voreinander?
+ Urgh
- Ich merke schon: Sie haben keinerlei Bedürfnis nach Kooperation und ich bin geneigt, das Interview an dieser Stelle tatsächlich einfach abzubrechen... Nein, nein! Sie müssen dazu nicht extra aufstehen!
Aber vielleicht könnten sie mir nur eine Frage beantworten. Wie kommt es eigentlich, dass die Menschen, hinter denen sie her sind, kaum vor ihnen fliehen können? Ich meine, die Flüchtenden rennen buchstäblich um ihr Leben und sie torkeln wie in Zeitlupe hinterher und dennoch schaffen es die Fliehenden nicht, ihnen zu entkommen. Was ist ihr Geheimnis? Was steckt dahinter?
+ Urgh
- So kommen wir nicht weiter... Hören sie, sie brauchen nicht näher zu kommen. Bleiben sie einfach da stehen, okay? Sie bleiben in ihrem Bereich und ich bleibe hier auf meinem Moderatorenstuhl.
+ Urgh
- Na schön, wenn sie sich damit besser fühlen, soll es mir Recht sein. Versuchen wir mal eine konkrete Frage zum Thema Ansteckung. Entspricht es den Tatsachen, dass jemand, der von ihnen gebissen wird, selbst zu einem Zombie mutiert oder ist das eher eine Form von Paranoia?
+ Urgh
- Herrje, sie kommen mir aber mittlerweile ganz schön nahe...Zur Abwechslung könnte ich doch mal auf Verteidigungsmassnahmen zu sprechen kommen. Wenn sie so als lebender Toter auf ein potentielles Opfer zutaumeln, welche Formen der Verteidigung gibt es in diesen Fällen?
+ Urgh
- Hey! Jetzt lassen sie mal schön ihre Hände bei sich, okay? Ich bin glücklich verheiratet und hege keinerlei Intentionen mit ihnen intimer zu werden.
+ Urgh
- Oh! Wie ich soeben sehe, kommt mein Kollege Markus soeben zur Tür rein. Eventuell hat er noch ein paar Anregungen zum Thema beizusteuern! Hallo, Markus, schön dich zu sehen!
* Hast du vollkommen den Verstand verloren? Da draussen herrscht Ausnahmezustand! Wir werden von Untoten geradezu überrannt!
- Hmm, diese Bemerkung ist nicht gerade hilfreich und ich glaube nicht, dass unser Talkgast unter diesen Umständen mitteilsamer werden dürfte...
+ Urgh
- Oh jemine...Sag mal, Markus, was hast du mit dieser Waffe in deiner Hand vor?
* PENG ! PENG !
- Ich finde es nicht besonders höflich von dir, meinem heutigen Gesprächspartner einfach die Rübe wegzuballern. Ich hatte gerade das Gefühl einer gewissen Annäherung und ich denke, dass ich es durchaus noch geschafft hätte, etwas aus ihm heraus zu bekommen. Nicht besonders professionell, Markus.
* Du bist ja irre! Der ganze Flur ist voll von den Viechern! RENN UM DEIN LEBEN!!!
- Tja, liebe Zuhörer, Markus hat uns soeben verlassen und auch mein Talkgast wird wohl kaum noch mit uns sprechen wollen. Wer könnte es ihm unter diesen Umständen verdenken. Ich hätte auch keine Lust mehr zu kooperieren, wenn mir jemand den Kopf wegballert. Ich glaube, da erhält die nächsten Tage wohl jemand seine Kündigung...
- Ah! Ich sehe gerade, dass ein paar Kollegen meines leider unpässlichen Talkgastes zur Tür hereinkommen! Herzlich willkommen in meiner Sendung. Wären sie eventuell so freundlich, unseren Zuhörern einige Fragen zu beantworten?
+ Urgh
* Ungh
° Argh
- Nun gut, zumindest sprechen die drei anscheinend unterschiedliche Dialekte und - HEH! Also mich zu beissen ist nicht unbedingt die feine englische Art...Ich glaube, ich muss ihnen mal ein paar Manieren...ein paar...ein....ich...also...gnnnglll...
- Urgh
+ Urgh!
* Ungh
° Argh
+ Okay, Leute, wir können mit der Scheisse aufhören!
* Was für ein Glück. Ständig diese Grunzgeräusche sind ganz schön anstrengend...
° Naja, sowas erwarten die Leute einfach von uns Zombies. Willst du ihren Kopf essen?
+ Nein nein...bedien dich nur!
° Danke! Echt lecker die Tussi...
Montag, 25. März 2013
Sonntag, 10. März 2013
Gleiches Recht für alle
Stellen wir uns mal kurz eine andere Welt vor.
Nehmen wir mal an, in dieser fiktiven Welt wäre Homosexualität die vorherrschende Orientierung und nur ein kleiner Prozentsatz auf dieser Welt wäre heterosexuell.
Und nehmen wir mal weiterhin an, dass es sogar so ist, dass obwohl diese erfundene Welt eine sehr tolerante und weltoffene Erde darstellt, Heterosexualität dennoch in den Köpfen vieler Menschen argwöhnisch beäugt wird, es sogar an der Tagesordnung ist, blöde Witze darüber zu machen und sich deswegen auch viele Menschen einfach nicht trauen, sich als heterosexuell zu outen.
Klingt irgendwie sehr befremdlich und dennoch auch wieder sehr vertraut, oder?
Ist einfach erstmal nur ein kleiner Perspektivwechsel.
In einer solchen Welt könnte die folgende Unterhaltung zwischen zwei Vätern und ihrem heranwachsenden Sohn stattgefunden haben :
Sohn: Papa Volker, Papa Horst - ich möchte kurz mit euch reden. Ich habe euch etwas zu sagen, was mir sehr schwer fällt...
Volker: Aber mein Junge, es gibt doch nichts, was dir uns gegenüber schwerfallen müsste.
Horst: Genau! Schütte uns dein Herz aus. Wir hören dir zu.
Sohn: Okay, ich versuchs...Habt ihr euch eigentlich jemals gefragt, warum ich bisher noch nie einen Freund mit nach Hause gebracht habe?
Horst : Naja, du bist doch noch recht jung. Diese Liebesdinge brauchen einfach manchmal ihre Zeit.
Sohn: Aber das ist es ja, ich bin verliebt!
Volker : Oh! Na das freut mich aber für dich! Wer ist es denn? Der süsse Junge aus deiner Parallelklasse etwa?
Sohn: Nein. Sie heisst Katrin...
Horst: Du meinst ...
Sohn: Papa, Paps - Ich bin Hetero...
Volker: Scheisse! Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?
Horst: Hast du dabei eigentlich auch nur einmal an uns gedacht? Was macht denn das für einen Eindruck auf die Nachbarn?
Sohn: Und ich? Die Nachbarn sind mir doch scheissegal! Habt ihr euch mal gefragt, wie ich mich dabei fühle?
Volker: Mach dir mal keine Sorgen. Ich hab gehört, dass sei heutzutage therapierbar!
Sohn: Was? Ich will nicht therapiert werden! Ich bin doch nicht krank, sondern einfach nur Hetero!
Horst: Aber das kann nicht dein Ernst sein! Du weisst doch, dass Gott Heteros hasst! Willst du denn nicht in den Himmel kommen?
Sohn: Papa, ich kann mir nicht vorstellen...
Volker: Verdammt, mein eigener Sohn ist ein Muschilader! Ich glaub ich krieg hier gleich nen Herzinfarkt!
Horst: Da siehst du, was du deinem Vater damit antust!Ich verlange, dass du dich entschuldigst und Busse tust!
Sohn: Ich dachte, ihr habt mich lieb und würdet das verstehen...
Ich breche hier mal die Unterhaltung ab, denn im Grunde wird hier bereits einiges deutlich...
Wenn man sich nun mal vorstellt, Heterosexuelle besässen in einer solchen Welt die Dreistigkeit und würden für Gleichberechtigung eintreten, die Gleichstellung mit einer Homo-Ehe vor dem Gesetz einfordern oder sich einfach nur einen unvoreingenommenen Umgang mit ihrer sexuellen Orientierung vom Rest der Bevölkerung wünschen.
Eine Katastrophe wäre die Folge!
Oder etwa nicht...?
Falls irgendjemand in einer solchen Welt leben möchte,die diese Wünsche nicht akzeptieren will, so kann ich an dieser Stelle alle Homosexuellen beglückwünschen, denn in einer solchen Welt befinden wir uns bereits!
Und alle Heterosexuellen, die sich auch nur ansatzweise so fühlen möchten, die sind herzlich eingeladen, sich in die eingangs beschriebene fiktive Welt zu versetzen, um sich mal ein Bild zu machen, welche emotionale Tortur das bedeuten kann.
Ich kann nur sagen, ich fühle mich echt beschissen, in einer solchen Welt der Intoleranz, Entfremdung, Anfeindung und Inakzeptanz der Homosexualität zu leben und ich schäme mich regelrecht, wenn ich die Tageszeitung lese oder den Fernseher anmache, wenn ich mitbekomme, wie allen Ernstes immer noch darüber diskutiert wird, ob es eine rechtliche Gleichstellung der Homo-Ehe zur 'herkömmlichen' Ehe geben sollte.
Mir platzt ja bereits bei dem Wort 'Homo-Ehe' der Kragen, denn eine Verbindung zwischen zwei Menschen, die sich lieben und die Ja zueinander sagen wollen, ist immer eine Ehe und eine Homo-Ehe unterscheidet sich dabei in keinster Weise von einer Hetero-Ehe.
Das Wort allein hat also bereits einen diskriminierenden Charakter.
Machen wir uns nichts vor : Wir leben in einer Welt, in der die katholische Kirche und auch viele andere Religionen, Homosexualität verdammen; Wir leben in einer Welt, in der Väter und Mütter ihre Kinder verstossen, wenn ihre sexuelle Orientierung nicht in ihr 'Weltbild' passt;
Wir leben in einer Welt, in der Homosexuelle für ihre Ausrichtung verprügelt und sogar getötet werden!
Und ganz ehrlich : Mir reichts! In einer solchen Welt will ich nicht leben und ich schäme mich für all die Menschen, die immer noch nicht begriffen haben, dass Homosexualität genauso normal ist, wie Heterosexualität und es Zeit ist, Homosexuelle nicht mehr zu brandmarken, auszugrenzen, anders zu behandeln oder auch nur neue Bezeichnungen für gleiche Dinge zu finden.
Wir sollten endlich aktiv dazu beitragen, dass Homosexuelle keinen Grund mehr haben müssten, sich zu outen, da die sexuelle Orientierung eines Menschen vollkommen irrelevant ist für seinen Charakter.
'Gleiches Recht für alle' ist ein Satz, den wir alle bestimmt schon tausendmal gehört haben, so dass es den Anschein hat, er wäre fast schon zu einer Farce verkommen...
Es wir Zeit, dass wir uns diesen Satz wieder in seiner vollen Tragweite bewusst machen und endlich anfangen mit der absoluten Gleichstellung aller Menschen auf diesem Planeten!
Gleiches Recht für alle!
Das sagt euch Dunkelschein oder in dem Fall sage ich euch dass höchstpersönlich, denn offen für etwas einzutreten, heisst auch, den Mut zu haben, sich selbst dahinter zu stellen.
Ein Blogpost von
Manuel
Nehmen wir mal an, in dieser fiktiven Welt wäre Homosexualität die vorherrschende Orientierung und nur ein kleiner Prozentsatz auf dieser Welt wäre heterosexuell.
Und nehmen wir mal weiterhin an, dass es sogar so ist, dass obwohl diese erfundene Welt eine sehr tolerante und weltoffene Erde darstellt, Heterosexualität dennoch in den Köpfen vieler Menschen argwöhnisch beäugt wird, es sogar an der Tagesordnung ist, blöde Witze darüber zu machen und sich deswegen auch viele Menschen einfach nicht trauen, sich als heterosexuell zu outen.
Klingt irgendwie sehr befremdlich und dennoch auch wieder sehr vertraut, oder?
Ist einfach erstmal nur ein kleiner Perspektivwechsel.
In einer solchen Welt könnte die folgende Unterhaltung zwischen zwei Vätern und ihrem heranwachsenden Sohn stattgefunden haben :
Sohn: Papa Volker, Papa Horst - ich möchte kurz mit euch reden. Ich habe euch etwas zu sagen, was mir sehr schwer fällt...
Volker: Aber mein Junge, es gibt doch nichts, was dir uns gegenüber schwerfallen müsste.
Horst: Genau! Schütte uns dein Herz aus. Wir hören dir zu.
Sohn: Okay, ich versuchs...Habt ihr euch eigentlich jemals gefragt, warum ich bisher noch nie einen Freund mit nach Hause gebracht habe?
Horst : Naja, du bist doch noch recht jung. Diese Liebesdinge brauchen einfach manchmal ihre Zeit.
Sohn: Aber das ist es ja, ich bin verliebt!
Volker : Oh! Na das freut mich aber für dich! Wer ist es denn? Der süsse Junge aus deiner Parallelklasse etwa?
Sohn: Nein. Sie heisst Katrin...
Horst: Du meinst ...
Sohn: Papa, Paps - Ich bin Hetero...
Volker: Scheisse! Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?
Horst: Hast du dabei eigentlich auch nur einmal an uns gedacht? Was macht denn das für einen Eindruck auf die Nachbarn?
Sohn: Und ich? Die Nachbarn sind mir doch scheissegal! Habt ihr euch mal gefragt, wie ich mich dabei fühle?
Volker: Mach dir mal keine Sorgen. Ich hab gehört, dass sei heutzutage therapierbar!
Sohn: Was? Ich will nicht therapiert werden! Ich bin doch nicht krank, sondern einfach nur Hetero!
Horst: Aber das kann nicht dein Ernst sein! Du weisst doch, dass Gott Heteros hasst! Willst du denn nicht in den Himmel kommen?
Sohn: Papa, ich kann mir nicht vorstellen...
Volker: Verdammt, mein eigener Sohn ist ein Muschilader! Ich glaub ich krieg hier gleich nen Herzinfarkt!
Horst: Da siehst du, was du deinem Vater damit antust!Ich verlange, dass du dich entschuldigst und Busse tust!
Sohn: Ich dachte, ihr habt mich lieb und würdet das verstehen...
Ich breche hier mal die Unterhaltung ab, denn im Grunde wird hier bereits einiges deutlich...
Wenn man sich nun mal vorstellt, Heterosexuelle besässen in einer solchen Welt die Dreistigkeit und würden für Gleichberechtigung eintreten, die Gleichstellung mit einer Homo-Ehe vor dem Gesetz einfordern oder sich einfach nur einen unvoreingenommenen Umgang mit ihrer sexuellen Orientierung vom Rest der Bevölkerung wünschen.
Eine Katastrophe wäre die Folge!
Oder etwa nicht...?
Falls irgendjemand in einer solchen Welt leben möchte,die diese Wünsche nicht akzeptieren will, so kann ich an dieser Stelle alle Homosexuellen beglückwünschen, denn in einer solchen Welt befinden wir uns bereits!
Und alle Heterosexuellen, die sich auch nur ansatzweise so fühlen möchten, die sind herzlich eingeladen, sich in die eingangs beschriebene fiktive Welt zu versetzen, um sich mal ein Bild zu machen, welche emotionale Tortur das bedeuten kann.
Ich kann nur sagen, ich fühle mich echt beschissen, in einer solchen Welt der Intoleranz, Entfremdung, Anfeindung und Inakzeptanz der Homosexualität zu leben und ich schäme mich regelrecht, wenn ich die Tageszeitung lese oder den Fernseher anmache, wenn ich mitbekomme, wie allen Ernstes immer noch darüber diskutiert wird, ob es eine rechtliche Gleichstellung der Homo-Ehe zur 'herkömmlichen' Ehe geben sollte.
Mir platzt ja bereits bei dem Wort 'Homo-Ehe' der Kragen, denn eine Verbindung zwischen zwei Menschen, die sich lieben und die Ja zueinander sagen wollen, ist immer eine Ehe und eine Homo-Ehe unterscheidet sich dabei in keinster Weise von einer Hetero-Ehe.
Das Wort allein hat also bereits einen diskriminierenden Charakter.
Machen wir uns nichts vor : Wir leben in einer Welt, in der die katholische Kirche und auch viele andere Religionen, Homosexualität verdammen; Wir leben in einer Welt, in der Väter und Mütter ihre Kinder verstossen, wenn ihre sexuelle Orientierung nicht in ihr 'Weltbild' passt;
Wir leben in einer Welt, in der Homosexuelle für ihre Ausrichtung verprügelt und sogar getötet werden!
Und ganz ehrlich : Mir reichts! In einer solchen Welt will ich nicht leben und ich schäme mich für all die Menschen, die immer noch nicht begriffen haben, dass Homosexualität genauso normal ist, wie Heterosexualität und es Zeit ist, Homosexuelle nicht mehr zu brandmarken, auszugrenzen, anders zu behandeln oder auch nur neue Bezeichnungen für gleiche Dinge zu finden.
Wir sollten endlich aktiv dazu beitragen, dass Homosexuelle keinen Grund mehr haben müssten, sich zu outen, da die sexuelle Orientierung eines Menschen vollkommen irrelevant ist für seinen Charakter.
'Gleiches Recht für alle' ist ein Satz, den wir alle bestimmt schon tausendmal gehört haben, so dass es den Anschein hat, er wäre fast schon zu einer Farce verkommen...
Es wir Zeit, dass wir uns diesen Satz wieder in seiner vollen Tragweite bewusst machen und endlich anfangen mit der absoluten Gleichstellung aller Menschen auf diesem Planeten!
Gleiches Recht für alle!
Das sagt euch Dunkelschein oder in dem Fall sage ich euch dass höchstpersönlich, denn offen für etwas einzutreten, heisst auch, den Mut zu haben, sich selbst dahinter zu stellen.
Ein Blogpost von
Manuel
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