Kennt ihr die Aber-Menschen?
Diese seltsamen Subjekte, die ständig an alles ein 'aber' anfügen, weil sie nicht den Mut haben offen auszusprechen, was sie wirklich denken?
Diese gefährliche Subspezies, die eine echte Gefahr für unsere Gesellschaft darstellt und unsere demokratischen Grundsätze bedroht ohne es zu realisieren?
'Ich habe nichts gegen Ausländer', sagen sie, 'aber...'
'Ich bin gegen die Todesstrafe', ist auch sehr beliebt, 'aber...'
'Ich bin ein toleranter Mensch' , immer gerne gesagt, 'aber...'
'Ich habe nichts gegen Homosexuelle' , fast schon Standard, 'aber...'
Aber was? Aber doch?
Was soll dieses scheinheilige 'aber' ständig dahinter? Wer nichts gegen Ausländer hat, der benötigt kein 'aber' am Ende. Es gibt kein 'aber' in diesen Dingen. Ausländerfeindlichkeit zeigt sich meistens im verborgenen, hinter vorgehaltener Hand. Menschen, die etwas gegen Ausländer haben, wollen nicht, dass es jemand erfährt, denn es gehört sich nicht in dieser Welt - es gehört sich vollkommen zu recht nicht. Darum verstecken sie ihr wahres Gesicht hinter einer Fassade und versuchen es mit einem angehängten 'aber' zu kaschieren. Doch dieses 'aber' ist aussagekräftiger als alles, was sie sonst von sich geben könnten. Es offenbart den Kern hinter ihren Ansichten. Es bedeutet, dass sie sehr wohl etwas gegen Ausländer haben, denn sonst wäre ein 'aber' überhaupt nicht notwendig.
Die gleiche Scheinheiligkeit verbirgt sich bei einem 'aber' zum Thema Todesstrafe...oder Toleranz...oder Homosexualität. Ein wahrhaftiger Gegener der Todesstrafe hat kein 'aber' nötig, ein wirklich toleranter Mensch benötigt keinen solchen fadenscheinigen Beisatz, der mit 'aber' beginnt und jemand, der tatsächlich nichts gegen Homosexuelle hat, der hat auch kein überflüssiges 'Aber'-Anhängsel nötig.
Ganz im Ernst, dieses 'aber' geht mir gehörig auf die Nerven und zeigt mir immer wieder in was für einer ach-so-offenen Welt wir eigentlich leben und wie weit entfernt wir noch sind von einer Gesellschaft der Akzeptanz und Offenheit.
Meistens ist es nicht nur dieses auf den ersten Blick so harmlose und doch so eiskalt offenbarende 'aber', was schon für sich alleine genommen eine so enorme Wirkung hat, es ist bereits der Beginn dieser überflüssigen Aussagen, der diskriminierend ist.
'Ich habe nichts gegen Homosexuelle'...als ob es ein solches Statement hierzu überhaupt bedürfte.
Als wollte man bereits mit dieser Message alle Homosexuellen vom Rest der Welt abgrenzen.
Eine solcherart beginnende Aussage zeugt bereits von Intoleranz.
Man stelle sich nur einmal vor, jemand würde einfach kurzerhand das Objekt in diesem Fall austauschen, dann merkt man sehr schnell, wie verletzend bereits dieser Anfang ist.
'Ich habe nichts gegen Frauen...'
'Ich habe nichts gegen alte Menschen...'
'Ich habe nichts gegen Behinderte...'
Wenn dem so ist, was soll denn eine solch überflüssige Bemerkung eigentlich ausdrücken?
Bei voller Gleichberechtigung, die nicht nur von mir und Millionen intelligenter Menschen gewollt ist, sondern sogar notwendig für eine vernünftige Zukunft, dürften diese Satzstrukturen gar nicht existieren. Diskriminierung und Scheinheiligkeit fängt immer bereits dort an, wo wir sie am wenigsten vermuten würden.
Hütet euch vor dem 'Aber...'
Nehmt euch in Acht vor den Leuten, die nicht aufhören können, in diesen dummen Schubladen zu denken und die meinen, wenn man es nur nett verpackt und sich hinter einem abstrakten 'aber' versteckt, dann fällt es nicht so auf und sie könnten mit ihren Ansichten sogar durchkommen.
Ich hoffe inständig, dass diese Aber-Kultur eines Tages vollkommen verschwunden ist und auch der letzte scheinheilige Aber-Terrorist mit dieser Idiotie aufhört.
Wie gesagt, Toleranz, Offenheit und Akzeptanz fängt bereits im Kleinen an, also lasst uns dafür sorgen, dass ein kleines, doch dennoch sehr gefährliches Wort nicht unsere wunderbare Welt bedroht.
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AntwortenLöschenGreetings Felina, who likes your blog.