Dienstag, 6. Juni 2017

Gedankenfetzen

Ich experimentiere heute mal ein wenig und will doch mal sehen wohin das führt wenn ich meine Gedanken einfach vor sich hin treiben lasse.

Mein Kopf ist leer und dennoch tut sich da etwas.
Könnte es sein das es sich so anfühlt wenn man wahnsinnig wird?

Irre Sequenzen und neue Gebilde aus wirren Gedankenfetzen schwirren umher und setzen sich zusammen zu immer neuen Konstrukten.
Ideen tauchen auf.
Verschwinden wieder.
Bleiben ungreifbar.
Und doch erkenne ich diverse Strukturen die eine Bedeutung zu haben scheinen.
Ich sehe Menschen die ich liebe und die mich ständig in der ein oder anderen Form begleiten.
Entdecke Wünsche, Hoffnungen und Sehnsüchte die mich permanent antreiben zu neuen Höhen, neuen Ufern und neuen Erfahrungen.
Zeit beginnt jegliche Bedeutung zu verlieren und gleichzeitig erfasst mich eine so gewaltige Ungeduld und ich spüre dass ich des ewigen Wartens müde bin.
Ich habe Pläne...
Zukunftsperspektiven.

Sehe Würfel wie sie sich unermüdlich bewegen und mir den Eindruck schieren Zufalls vermitteln wollen und in gleichem Maße habe ich ein solch enormes Vertrauen in die Mächte des Schicksals dass ich mich einfach komplett fallen lassen möchte und einfach nur abwarten will was passiert.
Glück ist eine Illusion.
Glück ist keine Illusion.

Warum sind wir hier auf dieser kleinen sich stetig durch die Unendlichkeit des Alls drehenden Erde.
Was ist unsere...was ist meine Bestimmung?
Ist tatsächlich alles miteinander verbunden und unsere einzige Rettung ist das Fallenlassen und eine allumfassende Liebe zu allem und jedem?

Diese ganzen Gedanken und Muster drehen sich ständig im Kreis und es ist kaum möglich eine Form der Ruhe zu erzeugen die meinen wilden Verstand zum erliegen bringt.
Ich denke zu laut.

Ich fühle zu intensiv.

Treibe durch den Kosmos und warte permanent auf ein Zeichen.
Ein Signal.
Eine Veränderung.
Gibt es tatsächlich einen Sinn hinter all diesem Wahnsinn da draussen?
Ständig diese unerfüllte Sehnsucht nach einem Ziel dessen Ausmass mir nicht einmal bewusst ist.
Werde ich meine Träume leben können oder wird mich der Versuch zur puren Verzweiflung führen...?

Was sind diese ganzen Gedankengänge und Sprünge in meinem Kopf für eine verwirrende Angelegenheit und die Kombination mit meinen allumfassenden tiefen Emotionen macht die ganze Sache auch nicht gerade leichter.

Und die ganzen Geschichten, die unerzählt bleiben und mich dennoch stets beschäftigen.
Die tausenden von Melodien und Songs die ich mir immer mal wieder ausdenke und die unglaubliches Potenzial haben aber die nie jemand hören wird weil ich keine Möglichkeit habe sie aus meinem Kopf in die reale Welt zu entlassen.

Und was ist mit all den äusseren Reizen die auf mich einströmen.
Der Fernseher läuft und fordert mich zu einem Besuch auf einer Stripseite im Internet auf und ich lache innerlich über die ganze Dämlichkeit dieser Werbung und frage mich ob es tatsächlich Menschen gibt die so dumm und naiv sind auf all diese idiotischen Verlockungen reinzufallen oder ob es einfach bloß Verzweiflung ist das manche Menschen auf diese Weise aus ihrer Einsamkeit zu befreien scheint und wenn auch nur für eine kurze Weile.
Sätze die keine Ende nehmen.
Gedankensprünge ohne Ziel.

Ist das alles...
...alles um uns herum...
   ...alles was wir sehen...
      ...alles was wir hören...
         ...alles was wir spüren...
...ist das alles...
...real?

Ist da noch mehr? Ein Blick hinter die Fassade aus Bildern, Geräuschen, Sequenzen...ich spüre es und doch sehe ich es nicht...fühle es...und kann es doch nicht greifen...da ist...mehr...etwas...still...abwartend...hier...

Der Irrsinn meiner Gedankenwelt mag sich kaum jemandem erschliessen und mir genausowenig.
Es fällt mir schwer überhaupt zu sehen wer ich wirklich bin.
Was denken die Menschen über mich?

Zeit wieder eine Struktur in mein wildes Geflecht aus Verworrenheit und Gedankensprüngen zu bringen und wenn ich mich konzentriere dann ergeben all diese Fetzen wieder einen kleinen Sinn und sie setzen sich zu klar verständlichen Sätzen zusammen, werden zu Sprache und bilden Übergänge von wirrem Durcheinander hin zu sortierten Buchstaben und Wörtern.

Hier bin ich wieder.
Ein einfacher Mensch voller Selbstzweifel und Ängsten wie jeder andere auch.





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