Das Leben ist nicht statisch und verläuft nur selten in geordneten Bahnen und wenn es das doch einmal zu tun droht, dann ist es vielleicht Zeit daran etwas zu ändern.
Nichts ist berechenbarer und demzufolge auch langweiliger als ein allzu geregeltes Leben.
Natürlich ist es beruhigend zu wissen wo man steht und wie sich der eigene Tagesablauf gestaltet, doch wenn es statisch zu werden droht und es statt zu Entspannung zu Anspannung führt, es einen blockiert und ausbremst, ist es dann nicht an der Zeit gegenzusteuern und eine neue Richtung einzuschlagen?
Wie oft höre ich Sätze wie 'Lebe deinen Traum' oder 'Stay true to yourself' und ähnlich gelagerte Textsequenzen und dennoch hält sich kaum jemand daran. Wir posaunen unsere ach so geliebte Unabhängigkeit, unsere Wunschvorstellung von Freiheit in diese Welt hinaus und verschanzen uns doch hinter unserer eigenen Bequemlichkeit. Die ist so schön praktisch. Vorhersehbar. Entspannend.
Im Grunde ist sie eigentlich nur eines: Lähmend.
Furcht. Angst. Gesellschaftliche Normen. All diese Dinge, all diese negativen Emotionen halten uns zurück, bremsen uns aus, lassen uns phlegmatisch werden. Wir ruhen uns aus auf unserem selbst gebastelten Ruhekissen und merken nicht einmal wie uns langsam aber sicher die Leidenschaft, die Lust, die Energie auf Neues, die Abenteuerfreude abhanden kommen. Wir halten fest an der Statik des Seins. Wollen niemanden verletzen, niemandem weh tun, haben Angst vor Verlust und Einsamkeit, sperren uns selbst ein in ein geordnetes Gefängnis aus purer Lethargie.
Vielleicht ist eine gewisse Routine und ein gewisses Maß an Statik gar nicht ganz falsch, denn ein wenig Beruhigung und eine gewisse kleine Oase im steten Strom der Veränderung kann manchmal auch die Seele entlasten und auch wenn es bei mir noch nicht der Fall ist, sollte sie doch nicht zum reinen Selbstzweck verkommen.
Was zählt sind unser Herz und unsere Sehnsüchte.
Ich finde es einfach grossartig wenn Menschen den Mut finden ihr Leben einmal gehörig auf den Kopf zu stellen, eine vollkommen neue Richtung einzuschlagen, ausserhalb der Box zu denken wie man so schön sagt und einfach mal ihre Ängste und Bedenken beiseite zu schieben und die Dinge in die Tat umzusetzen von denen sie immer schon geträumt haben.
Und das können manchmal ganz profane Dinge sein.
Ihr habt Lust auf ein neues Tattoo und euch bisher einfach nicht getraut? Hört auf zu lamentieren und macht einen Termin beim Tätowierer!
Ihr wolltet schon immer einmal einen Fallschirmsprung absolvieren? Dann nichts wie los!
Euch geht euer bisheriges Leben mit den immer gleichen Abfolgen auf die Nerven? Dann ändert es!
Ihr tragt Altlasten mit euch herum und es gibt unerledigte persönliche Probleme mit geliebten Menschen? Dann sprecht mit ihnen! Klärt das!
Werft Ballast ab!
Genau das ist es was ich zur Zeit mache, ich kümmere mich um die Bewältigung meiner Vergangenheit, strukturiere meine Zukunftspläne, erledige unerledigtes und wage mich hinaus in diese große verrückte Welt da draussen, neu gestärkt und gänzlich erfrischt!
Und es tut verdammt gut, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist und dabei ein paar alte Wunden wieder aufgerissen werden. Dennoch hilft es mir und nur wenn alte Verbände und eine nur sehr halbherzig geflickte Psyche endlich vernünftig repariert werden, können sie auch heilen. Denn nur so können Probleme wirklich wirksam behoben werden. Nur so kann eine aufgepeitschte Seele zur Ruhe kommen. Und nur durch diese direkte Konfrontation mit der Vergangenheit kann der Weg bereitet werden für eine grandiose Zukunft ohne Angst.
Manch einer mag sich fragen, ob das hier im Grunde nicht auch wieder nur eine andere Form der Phrasendrescherei ohne echte Substanz ist und so eine Frage ist durchaus berechtigt.
Für den ein oder anderen mag das eventuell sogar zutreffen, aber nicht für mich. Ich habe entschieden, dass es Zeit ist für ein großes Tabularasa und hoffe dabei nur dass ich keine allzu große Schneise der Verwüstung hinterlasse, denn das ist nicht das was ich damit beabsichtige...ganz im Gegenteil! Wer mich mag, mag mich so wie ich bin, wer mich liebt, liebt mich um meiner Selbst willen. Trage ich hier nur wieder ein bisschen zu dick auf? Kann schon sein dass ich mein mentales Budget hier ganz schön strapaziere, mich ein wenig zu weit aus dem Fenster lehne und eine innere Veränderung hier zu einem grandiosen Happening hochstilisiere. Selbstreflexion zum heiligen Gral des Lebens, zum Mount Everest der Selbsterkenntnis beschwöre.
Doch vollkommen egal ob dick aufgetragen oder nicht, im Kern ist dies der einzige Weg.
Wie sagte auch schon der von mir hochgeschätzte Trent Reznor, seines Zeichens Master Mind von Nine Inch Nails in einem seiner Songs: 'The only Way is Through'
Der einzige Weg ist mittendurch.
Und ich habe die Tür geöffnet.
Weit geöffnet.
Zumachen ist nun nicht mehr möglich.
Jetzt gibt es nur noch durch...
Womit ich wieder am Anfang dieses analytisch gefärbten Textes bin.
Leben ist dynamisch.
Und das ist auch gut so, denn nur so bringen wir unser Blut in Wallung, nur so wecken wir unsere Leidenschaften, entdecken unsere Begehrlichkeiten und damit den Kern unseres Selbst.
Liebe.
Lust.
Freiheit.
Atmen!Spüren!Fühlen!Leben!!!
Und das gilt für euch alle.
Versteckt euch nicht sondern habt den Mut euch zu öffnen.
Riskiert mal etwas.
Geht aus euch raus!
So, bevor ich hier doch wieder nur den Motivator raushängen lasse und mich in endlosen Phrasen enthusiastischer Beschwörungsformeln verliere höre ich auch schon wieder auf und danke für eure Aufmerksamkeit.
Und jetzt ab!
Raus mit euch!
Die Welt wartet!
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